Dieses Blog durchsuchen

Dienstag, 7. Januar 2014

freies Feld




freies Feld
mit einer Stimme
der Wind und ich


 
(open area / with one voice / the wind and I)

Gabriele Hartmann



**************************************************************






 Bild: © Gabriele Hartmann



Montag, 6. Januar 2014

Dreikönigstag




Dreikönigstag –
der Klang des Meeres
eingefroren
*
  

(Epiphany -- / the sound of sea / deep frozen) **

Gesine Becker

 
 

 * Erstveröffentlichung: Haiku heute 02-2009
** Erstveröffentlichung: Mainichi 02-2010

  
***********************************************



Das Evangelium nach Matthäus, Kapitel, 1 - 12
Die Huldigung der Sterndeuter

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
Du, Betlehem im Gebiet von Juda, / bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda; / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, / der Hirt meines Volkes Israel.      
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.



Sonntag, 5. Januar 2014

winterleerer Strand





winterleerer Strand 
ausgebreitet das Meer 
sich tummelnde Tümmler 




(winter beach / the wide spread of the sea / cavorting dolphins)


 Klaus-Dieter Wirth




***************************************************************








Foto: © Silvia Kempen




Samstag, 4. Januar 2014

Winter





Winter -
die Hände in Vaters 
Manteltaschen




(winter - / the hands in father's / coat pockets)

Eva Limbach


 
***************************************************************



Die Erschaffung des Vaters

Als der liebe Gott den Vater schuf, formte er zuerst einen großen Körper. Ein weiblicher Engel, der dabeistand, sagte: "Was für eine Sorte Vater ist denn das? Wenn du die Kinder so dicht am Boden machst, weshalb wird dann der Vater so hoch? Er wird keine Murmeln schieben können, ohne hinzuknien, kein Kind ins Bett packen können, ohne sich vorzubeugen, und selbst küssen könnte er ein Kind nur, wenn er sich tief bückt."

Gott lächelte und sagte: "Gewiß, aber wenn ich ihn gleich groß mache, genauso groß wie die Kinder, zu wem sollen die Kinder dann aufsehen?"

Und als Gott die Hände des Vaters machte, waren sie groß und kräftig. Der Engel schüttelte den Kopf und sagte: "Große Hände können nicht mit Windeln, Knöpfchen oder Haarbändern umgehen – geschweige denn Splitter aus einem Finger ziehen."

Und Gott erwiderte lächelnd: "Ich weiß, aber sie sind groß genug, um alles aufzunehmen, was ein Junge aus seinen Taschen holt, und doch klein genug, daß ein Kind seinen Kopf hineinbetten kann.

Dann formte Gott lange, schlanke Beine und breite Schultern. "Ist dir klar, daß du einen Vater ohne Schoß gemacht hast?" kicherte der Engel. Gott sagte: "Eine Mutter braucht einen Schoß. Ein Vater braucht kräftige Schultern und Arme, mit denen er einen Schlitten ziehen, ein Mädchen auf dem Fahrrad stützen kann oder einen müden, schweren Kopf auf dem Heimweg vom Zirkus."

Gott war eben dabei, zwei der größten Füße zu machen, die man bis dahin gesehen hatte, als der Engel nicht mehr an sich halten konnte. "Das ist nicht gerecht. Meinst du, so große Füße kommen rasch aus dem Bett, wenn frühmorgens das Baby schreit? Oder sie können durch eine Schar kleiner Geburtstagsgäste gehen, ohne mindestens drei zu zertreten?"

Gott lächelte wieder und sagte: "Sie sind genau richtig. Du wirst es sehen. Sie tragen ein Kind, das Hoppe-Hoppe-Reiter machen will. Oder sie verscheuchen die Mäuse aus dem Gartenhäuschen."

Gott arbeitete die ganze Nacht hindurch. Er gab dem Vater nur wenig Worte, aber eine feste entscheidende Stimme, Augen die alles sagen und sehen konnten, aber ruhig und geduldig blickten. Und am Ende fügte er, als sei ihm das erst jetzt eingefallen – Tränen hinzu. Dann wandte er sich zu dem Engel und fragte: "Nun bist du jetzt überzeugt, daß er genauso liebevoll ist wie eine Mutter?"

Und der Engel war zufrieden.

Unbekannt




Freitag, 3. Januar 2014

Lange Winternacht





Lange Winternacht …
Auf dem Pfad ihrer Träume
tanzt der Wind




(long winter night ... / the wind is dancing on the path / of her dreams)


Ramona Linke 


***************************************************************

Der Wind in den Träumen

Viele Naturvölker sahen, und sehen noch, den Wind als Atem der Erde, er wurde höheren Kräften zugeordnet. Mal weht er als sanfte Brise, dann wiederum entwickelt er ungeheure Kräfte und wird zum Sturm, ja, sogar zum Wirbelsturm mit vernichtender Wirkung. Dazwischen sind alle Abstufungen möglich. Er kann gleichmäßig aus einer Richtung wehen oder in Böen mit wechselnden Richtungen, kann warm oder eisig kalt sein. Die Deutung im Traum hängt vor allem von der Kraft des Windes ab, aber auch von seiner Richtung.
Der Wind symbolisiert im Traum die Macht des Geistes (spirituelle Energie) und die Bewegung des Lebens. Er steht für die Unbeständigkeit und Flüchtigkeit.
Windstille ist ein Zeichen hoher Energie, man sammelt sich, stärkt sich für kommende "Prüfungen". Alle Möglichkeiten stehen uns offen. Auch eine Brise bringt etwas in Bewegung, sie steht für Leichtigkeit und Vergnügen, hilft dabei aktiver zu werden. Der Wind an sich, je nach Stärke, wirbelt unser Leben durch geistige Impulse auf, bringt frischen Wind in persönliche Angelegenheiten und Beziehungen. Starker Wind kann für eine Offenbarung stehen und ein heftiger Sturm für Gewalt.
Kommt der Wind aus Norden, so bemühe Dich um neues Wissen und Weisheit, das wird dich führen. Bei Ostwind achte auf Eingebungen und Ideen, nutze Verstand und Sinne. Kommt der Wind aus Süden, schickt er dir einen Boten, höre auf den Rat anderer Menschen. Bei Westwind schau in dein Herz und finde Mut und Antworten, das kann Schwierigkeiten lösen.
Haben wir Rückenwind bedeutet das ein schnelles Vorankommen, kommt der Wind von vorne so kann er für Blockaden, negative Glaubenssätze und Hindernisse stehen.
So vielfältig wie der Wind, so ist auch seine Deutung.

Sigmund Freud:
"Die Traumdeutung ist in Wirklichkeit die Via regia zum Unbewußten, die sicherste Grundlage der Psychoanalyse."


Donnerstag, 2. Januar 2014

Eisiger Mond




Eisiger Mond -
über den Klippenrand
wirbelt der Schnee


  
(icy moon - / at the edge of the cliff / the whirling snow)

Wolfgang Beutke


*************************************************************** 



Winternacht

Raun­acht­träu­me wir­ren Sin­ne
Sch­re­cke hoch aus leich­tem Schlaf
Eis­mond starrt durchs schwar­ze Fens­ter
Spot­tet über mei­ne Angst

Atem­ne­bel schlägt sich nie­der
Zau­bert Reif auf kal­tes Glas
Noch drei Stun­den bis zum Mor­gen
Und mein Herz kennt kei­ne Rast

Dä­mo­nen­tanz vor mei­nen Au­gen
Schau­er jagt den Leib hin­ab
Feu­er brennt, und doch: es wärmt nicht
Flu­che auf die lan­ge Nacht

Träu­men, hof­fen, Plä­ne sch­mie­den
Möch­te weg aus die­sem Gr­ab
Seh­ne mich nach dei­nen Hän­den
Ein­sam wart ich auf den Tag

                                                 Peter Hellinger


Mittwoch, 1. Januar 2014

Neujahrstag





Neujahrstag -
unter jedem Teller
eine Fischschuppe





 (New Year's Day - / under each plate / a fish scale)


Cezar-Florin Ciobîcă




*************************************************************** 

Neujahr (Neujahrstag)

Bei uns beginnt das neue Jahr am 1. Januar, seit es 1691 durch Papst Innozenz XII so festgelegt wurde. In fast allen Kulturen ist das Neujahrsfest mit dazugehörigen Bräuchen verbunden.
In der Neujahrsnacht vertreibt man das alte und begrüßt das neue Jahr mit Lärm. Früher verwendete man dazu Schellen, Trommeln und Peitschen, heute dagegen Böller und Raketen oder Gewehre für das Neujahrsschießen.

Damit im neuen Jahr alles besser wird, gibt es die verschiedensten Bräuche. Viele Bräuche gehen auf früheren Aberglauben zurück.

- Die Neujahrswünsche oder -grüße, die man seinen Mitmenschen zukommen lässt.
- Man verschenkt verschiedene Glückssymbole (Glücksschweinchen, Schornsteinfeger, vierblättrige Kleeblätter).
- Räuchern der Gebäude mit gesegnetem Weihrauch.
- Man sollte keine Wäsche über Neujahr zum Trocknen hängen lassen, da das Unglück und Arbeit für das kommende Jahr bedeutet.

Auch verschiedene Essens- und Trinkbräuche haben einen abergläubischen Hintergrund.

- Das Essen von Linsensuppe soll dafür sorgen, dass das Kleingeld im neuen Jahr nicht ausgeht. In anderen Gegenden wird dem Sauerkraut diese „Wirkung“ zugeschrieben.
- Vom Neujahrskarpfen sollte man eine Schuppe unter den Teller legen und diese anschließend das ganze Jahr im Portemonnaie aufbewahren, damit dieses immer prall gefüllt bleibt.
- Auf das neue Jahr wird mit Sekt angestoßen, mit den Worten „Prosit Neujahr“. Diese Worte leiten sich vom lateinischen Wort "prosit" ab und bedeuten „es möge gelingen“.