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Samstag, 7. Dezember 2013

zunehmender Mond





zunehmender Mond
sie näht am Himmel
der Wiege




(waxing moon / she sews the sky / of the cradle)

Ramona Linke 





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Sequenz aus: Das Schloss der Nachtfee (Peterchens Mondfahrt - Gerdt von Bassewitz)
 

Wie geht es am Himmel?
Wie geht's auf dem Mond?
Ich finde, dass es sich immer noch lohnt,
Liebe Nachtfee, Sie zum Kaffee zu besuchen;
Sie haben ausgezeichneten Fladenkuchen.
Ich hoffe nur, dass die Sonne, das Biest,
Nicht etwa auch geladen ist;

Hat mir neulich wieder durchs Kleid gebrochen
Und mich mit ihren Strahlen zerstochen.





Freitag, 6. Dezember 2013

Winterlicht





Winterlicht 
am Meer 
Wind will ich sein ...




(winter light / by the sea / ... I wanna be wind)

Gerda Förster





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 Bild © Manuel Kurpershoek



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Weihnachtsmarkt





Weihnachtsmarkt
an meiner Seite
Klee's Vergesslicher Engel




(Christmas Market / by my side / Klee's Forgetful Angel)

Ilse Jacobson



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Ernst Paul Klee,


geboren am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee im Kanton Bern, gestorben am 29. Juni 1940 in Muralto im Kanton Tessin. Seine Eltern, der deutsche Musiklehrer Hans Wilhelm Klee (1849–1940) und die schweizerische Sängerin Ida Marie Klee, geb. Frick (1855–1921). Er hatte eine ältere Schwester, Mathilde (1867-1953).

Im Elternhaus wurde sein musikalisches Talent gefördert, die Musik begleitete ihn sein Leben lang. Als Elfjähriger beherrschte er das Geigenspiel so meisterhaft, dass er als außerordentliches Mitglied bei der Bernischen Musikgesellschaft spielen durfte. Seine weiteren Interessen galten dem Zeichnen und Dichten. In seinen Schulbüchern und –heften gab es unzählige Karrikaturen. Dennoch entschied er sich beruflich gegen die Musik.

Zunächst studierte er Grafik an einer Privatschule bei Heinrich Knirr in München, ab 1899 ließ er sich bei Walter Ziegler in der Technik des Radierens und Ätzenz ausbilden, 1900 begann er das Studium in der Münchener Akademie in der Malklasse von Franz Stuck (Wassily Kandinsky studierte dort gleichzeitig), es folgten mehrere Studienreisen und 1906 heiratete er die Pianistin Lily Stumpf, die er 1899 bei einer Kammermusik-Soirée kennengelernt hatte. Ein Jahr später, am 30. November 1907, wurde der Sohn Felix geboren. Klee übernahm zum großen Teil die Kindererziehung und den Haushalt. Lily Klee kam für den Lebensunterhalt auf, indem sie nicht mehr als Pianistin auftrat, sondern Klavierstunden erteilte.

1908-1913 folgten diverse Ausstellungen. Er freundete sich mit Wassily Kandinsky an. 1914 folgte eine Tunesienreise und 1916-1918 der Kriegsdienst. 1920 berief Walter Gropius Klee an das Bauhaus in Weimar, wo er zunächst als Formmeister, dann in einer Malklasse unterrichtete. In diesem Jahr gab es die erste Einzelausstellung von 362 seiner Werke bei Goltz in München, 1924 in New York, 1925 eine Gruppenausstellung in Paris. Eine Reise nach Ägypten folgte. 1931 nahm er eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie an. 1933 wurde Klee unter dem Druck der Nationalsozialisten aus der Lehrtätigkeit entlassen und kehrte in die Schweiz in sein Elternhaus zurück, wo 1935 die ersten Anzeichen seiner tödlichen Krankheit (Sklerodermie) auftraten. Im selben Jahr gab es Ausstellungen seiner Werke in Bern und Basel.

1937 diffamierten die Nationalsozialisten Klees Kunst als "entartet" und beschlagnahmen 102 seiner Werke aus deutschen Museen. 1940 starb Paul Klee.

Er gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20sten Jahrhunderts, ein Pionier der abstrakten Malerei. 



Mittwoch, 4. Dezember 2013

Schneeflocken




Schneeflocken ... 
Wendeltreppe zum Gewölbe 
des Himmels.




(Snowflakes ... / spiral staircase to the vaults / of heaven.)


Beate Conrad




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Bild © Beate Conrad


Eine Treppe zum Himmel

führt auf den Gipfel des Adam's Peak, ein Berg, 2243 Meter hoch, im südwestlichen Hochland Sri Lankas. Auf ihr sind seit Jahrtausenden Millionen Pilger unterwegs und zwar aller vier Weltreligionen.
Steinerne, ockerfarbene Stufen in unterschiedlichen Höhen. Eine unwegsame Treppe, mal eng, mal fehlen Stücke - für alte und behinderte Menschen beschwerlich zu ersteigen, dennoch quälen sie sich hinauf.
Sieben Kilometer, auf denen 1000 Höhenmeter zu überwinden sind, um am Ende zu einer über einen Meter langen und über einen halben Meter breiten Mulde zu gelangen. Durch diese Mulde bekam der Berg seinen singhalesischen Namen Sri Pada - heiliger Fußabdruck.
Für Buddhisten ist es Buddhas, für Hindus Shivas, für Muslime Adams und für Christen der Fußabdruck des Apostels Thomas, der ihre Religion nach Südindien brachte.


Dienstag, 3. Dezember 2013

double mastectomy





double mastectomy 
her nipples go 
on a journey 




(doppelte Mastektomie / ihre Nippel gehen / auf eine Reise)


David G. Lanoue




(Deutsche Übersetzung: Silvia Kempen)

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Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.

Three things help to bear the hardships of life: hope, sleep and laughter.
Immanuel Kant




Montag, 2. Dezember 2013

herbstsonate






herbstsonate
auf dem dach hüpfen
regentropfen





(autumn sonata / raindrops hop / on the roof)

Sylvia Bacher





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Bild © Thomas Plack




Sonntag, 1. Dezember 2013

Schattenspiel





Schattenspiel –
die Silhouetten
der Saatkrähen





(Shadow play - / the silhouettes / of the rooks)

Elke Bonacker




 
(Übersetzung: Silvia Kempen)

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Schattenspiele

mit den eigenen Händen und Fingern, schon als Kinder waren wir begeistert davon. Schmetterling, Hund, Schaf oder ... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Im größeren Stil wird das Schattenspiel zum Schattentheater. Dafür wurden starre und später bewegliche Figuren entwickelt.
Beim chinesischen Schattentheater werden transparente, zweidimensionale Figuren vor einer Lichtquelle dicht hinter einem Schirm bewegt, wodurch deren Umrisse auf die Oberfläche projiziert werden.
Im Mittelalter kam das Schattenspiel nach Kleinasien, es wurde Karagöztheater genannt. Nach Europa kam das Schattentheater wahrscheinlich direkt aus Kleinasien. Im 18. und 19. Jahrhundert erfreute sich das Schattenspiel in Europa großer Beliebtheit.