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Dienstag, 1. Dezember 2015

Trüb kalter Schneefall





Trüb kalter Schneefall
in der Straße
ein Fenster mit Licht




(Hazy cold snowfall / in the street / a window with light)

Winfried Christian Gerull*



(Übersetzung: Silvia Kempen)
*Jahrgang 1935, Aquarellmalerei und Lyrik als Kontrast zum technischen Beruf; Lyrik zunächst eher angeregt durch den Freundeskreis "Schlaraffia". Veröffentlichungen: 1994 Gedichte "Empfundene Worte", 1995 Haiku-Sammlung "Fliegender Reiher", 1995 EWA-Verlag Heilbronn. Seitdem weitere Haiku-Sammlungen und Lyrik-Bände in Kleinstauflagen für Freunde und Bekannte, gelegentlich öffentliche Lesungen; auch beschreibende Texte zu Bildern und Plastiken von Künstlern. Eindrücke sollen durch Worte und Farben ausgedrückt werden. 
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Licht

Licht, vom Himmel flammt es nieder,
Licht, empor zum Himmel flammt es;
Licht, es ist der große Mittler
Zwischen Gott und zwischen Menschen;
Als die Welt geboren wurde,
Ward das Licht vorangeboren,
Und so ward des Schöpfers Klarheit
Das Mysterium der Schöpfung;
Licht verschießt die heil’gen Pfeile
Weiter immer, Lichter immer,
Ahriman sogar, der dunkle,
Wird zuletzt vergehn im Lichte.

August von Platen (1748–1831)