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Mittwoch, 13. Mai 2015

die Tür geschlossen





die Tür geschlossen
und nichts, aber auch gar nichts
zu bereuen




(the door closed / and nothing, nothing to regret / at all)

Gabriele Hartmann



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Foto: © Lupo / pixelio.de




Dienstag, 12. Mai 2015

zarte knospen





zarte knospen
in der zeitung
pollenalarm




(delicate buds / in the newspaper / pollen alerts)

Peter Wißmann 



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Knospen - An den Leser

Knospen nennen wir uns, sind bescheidne, freundliche Blümchen;
Wie uns der Frühling gebar, treten wir kunstlos hervor.
Freilich sind wir noch klein und zart und nur Träume des Lebens.
Doch auch ein Traum ist gut, kommt er aus fröhlicher Brust.
Nimm uns drum, wie wir sind, hat Natur auch leicht uns gestaltet!
Leicht wie die Jugend entquillt leicht auch die bildende Kraft.
Doch wie die Blüte sich formt? - Das liegt noch verhüllt in der Zukunft.
Wenn sich der Sommer erhebt, reift auch die Knospe zur Frucht.

Aus der Sammlung Knospen





Montag, 11. Mai 2015

verführung





verführung
fingerspitzen
einer fliege




(seduction / fingertips / of a fly) 
 
Isabella Kramer 
 
 
 
(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Foto: © Lutz Haberecht / pixelio.de




Sonntag, 10. Mai 2015

Zarte Kinderhand





Zarte Kinderhand.
Der Mutter zum Ehrentag
der volle Frühling.





(A child's tender hand. / For mother on her great day / a plentiful spring.)

Beate Conrad



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MUTTERTAG steht im Kalender ...

MUTTERTAG steht im Kalender.
Fragend schaue ich sie an -
die Zeit - Januar bis Dezember.
Die Antwort liegt hier außer Plan:

Ein jeder Tag all dieser Jahre
dort, wo ein Kind die Mutter spürt
ist DAS Geschenk, das Wunderbare:
die Zeit ist niemals minimiert.
Ein Tag, der Mutter zum Gedenken
gilt als Symbol - doch es beschert
dem Mutterherz nur dann Bedenken
wird sonst die Nähe oft verwehrt.

Ein Kind, erwachsen, groß geworden,
steht selbst im Leben für sich ein.
Doch Mutter macht sich immer Sorgen.
Ihr Kind bleibt ewig für sie klein.

Sie sehnt sich oft nach diesen Jahren,
wo es zu jeder Tageszeit
sie brauchte, weil es unerfahren.
Und dann vergleicht sie: Gestern/Heut!

Sieht voller Stolz ihr Werk vollendet.
Sieht, was daraus geworden ist.
Sieht, wie das Blatt sich stetig wendet.
Weiß, was sie fühlt und nie vermisst:

Den Herzsprung zwischen früher/später.
Das Jetzt und auch die Zwischenzeit.
Sie weiß, dass keine Kilometer
dies trennen und spürt, was sie freut:
Dann, wenn sie merkt, nichts war vergeblich.
Dann, wenn sie spürt, es ist ein Glück.
Ihr Nachwuchs bleibt, so nah wie möglich.
Und gibt, was sie verschenkt, zurück!

 
 
 

Samstag, 9. Mai 2015

Balalaika





Balalaika -
die vielen Strophen unserer Lieder




(Balalaika - / the many stanzas of our songs)

Ilse Jacobson



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Auszug aus Wikipedia:

Die Balalaika [...] ist eine Schalenhalslaute, die in der russischen Musik gespielt wird. Das Zupfinstrument hat drei Saiten und einen dreieckigen Resonanzkörper mit sehr kleinem Schallloch. Im Westen ist die Balalaika vor allem als charakteristisches Instrument der russischen Volksmusik bekannt, in Russland gilt sie darüber hinaus als vollwertiges Instrument der E-Musik, das ähnlich wie die Gitarre auch an Hochschulen studiert werden kann.

[...] Möglicherweise wurden Lauteninstrumente von den Mongolen aus Zentralasien nach Russland gebracht. Frühe Darstellungen zeigen die Balalaika mit zwei bis sechs Saiten. Die frühen Balalaikas waren mit verschiebbaren Bünden versehen, wie es bei der Saz bis heute üblich ist. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte die Balalaika ihren charakteristischen dreieckigen Korpus und bekam einen kürzeren Hals. Die erste namentliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1688, als laut einem Protokoll zwei Personen festgenommen wurden, weil sie „auf der Straße Balalaika spielten und sangen“.[2]

Die Balalaika war jahrhundertelang ein beliebtes Instrument auf dem russischen Land, besonders bei den Skomorochi, einer Art Gaukler, die den Zaren, die russische Kirche und die Gesellschaft aufs Korn nahmen. Aus diesem Grund war das Balalaikaspiel wiederholt verboten worden.

Mit Balalaikas werden hauptsächlich Volkslieder oder Tänze begleitet. Im späten 19. Jahrhundert begann der russische Adlige Wassili Wassiljewitsch Andrejew die Balalaika für die Nutzung im Orchester zu standardisieren. Er entwickelte die verschiedenen Größen und deren Stimmungen wie sie heute auch bei großen Balalaikaorchestern verwendet werden, die Transkriptionen von leichteren klassischen Werken spielen. Andrejew brachte auch zwei weitere alte russische Instrumente wieder in Gebrauch: die Domra, ein dreisaitiges Melodieinstrument und die Gusli, eine Brettzither mit dreieckigem oder trapezförmigem Korpus. [...]




Freitag, 8. Mai 2015

aus der hecke





aus der hecke
hinterm zaun
amseln amseln




(from the hedge / behind the fence / blackbirds make blackbirds) 

Ralf Bröker



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Die Amseln haben Sonne getrunken

Die Amseln haben Sonne getrunken,
Aus allen Gärten strahlen die Lieder,
In allen Herzen nisten die Amseln,
Und alle Herzen werden zu Gärten
Und blühen wieder.

Nun wachsen der Erde die großen Flügel
Und allen Träumen neues Gefieder,
Alle Menschen werden wie Vögel
Und bauen Nester im Blauen.

Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
Und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
In allen Seelen badet die Sonne,
Alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
Liebend zusammen.

Max Dauthendey (1867-1918)




Donnerstag, 7. Mai 2015

Traumhafter Morgen






Traumhafter Morgen 
der Fensterflügel klappt 
die Landschaft auf




(Dreamlike morning / the window sash swings open / the landscape)

Friedrich Winzer



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Foto: © Thommy Weiss / pixelio.de