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Sonntag, 7. Dezember 2014

Winterlicht





Winterlicht
ein Kind
pflückt Schneebeeren




(Winter Light / a child / picking snow berries)
Gerda Förster



(Erstveröffentlichung: Haiku-heute Januar 2012) 
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Als Kinder nannten wir Schneebeeren Knallerbsen, weil sie so schön knallten, wenn sie zerplatzten. Das erreichten wir, indem wir sie zu Boden warfen oder, wenn das nicht gelang, mit dem Fuß darauf traten.





Foto: © marika / pixelio.de




Samstag, 6. Dezember 2014

Dorfplatz





Dorfplatz -
Kinder warten 

auf den Nikolaus




(Village square - / children waiting / for St Nicholas)

Silvia Kempen




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Holler Boller

Holler boller Rumpelsack,
Nikolaus trägt ihn huckepack.
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus
guter alter Nikolaus. 
Volksgut




Freitag, 5. Dezember 2014

Schneetreiben





Schneetreiben
im rauhen Wollschal
Lavendelduft





(snow drift / a smell of lavender / in the rough muffler)
 
Frauke Reinhardt




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Schneetreiben

Der Winter trägt sein schwer Gepäck
Eisgrauer Wolken müd vorüber.
Noch schrillt sein Pfeifen kühn und keck,
Die Miene doch wird trüb und trüber.

Verschwommen sucht im Nebelgrau
Sein Aug' umsonst nach Haus und Bäumen,
Da plötzlich weckt ein Lüftchen lau
Neckisch den Alten aus dem Träumen.

Hell lacht er auf, und Sorg und Weh
Zerfliegt in Millionen Flocken,
Weich liegt die Welt und warm im Schnee,
Und Kinder jubeln und frohlocken.

Johannes Rothensteiner (1860 – 1936)



Donnerstag, 4. Dezember 2014

Wintersonne





Wintersonne
unsere Atemwolken
im Gegenlicht 




(Winter sun / our clouds of breath / in the back light)

Friedrich Winzer



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Foto: © Guenter Hamich / pixelio.de




Mittwoch, 3. Dezember 2014

Cold moon





Cold moon -- 
the nude tree
framed




(kalter Mond -- / der nackte Baum / verleumdet)

Heike Gewi 




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Die Verleumdung

Die Hässlichkeit — berückt sie auch die Lüge,
Und mag sie selbst ihr eig’ner Schmeichler sein —
Sobald sie in den Spiegel schaut, zur Pein
Erkennt sie ihre Missgestalten Züge.

Und so die Sünde — ob sie selbst sich trüge,
Stets schaut sie in der Tugend lichtem Schein
Als wie in einem Spiegel klar und rein
Ihr finst’res Antlitz sich zur innern Rüge.

Wie gern schlüg’ diesen Spiegel sie in Stücke!
Da sie’s nicht kann, versuchet’s ihre Tücke,
Mit der Verleumdung Hauch ihn zu verdunkeln.

Und deshalb trübt sie seiner Reinheit Funkeln,
Dass im getrübten Glas ihr Bild erbleiche
Und es in Etwas ihrem Dunkel gleiche.

Edmund Dorer (1831 - 1890)
Aus der Sammlung Sonette



 

Dienstag, 2. Dezember 2014

aus dezemberwolken





aus dezemberwolken 
fällt grau, nur grau 
i'm dreaming of …




(from december clouds / falling gray, only gray / i'm dreaming of ...)

Isabella Kramer



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Foto: © Isabella Kramer



Montag, 1. Dezember 2014

Wühlender Eisbach





Wühlender Eisbach
die unsichtbare Tonleiter
der Nocturne




(Churning brook / the invisible gamut / of the Nocturne)

Birgit Heid



(Übersetzung: Silvia Kempen)
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Nocturne

Ihr seid dieselben Sterne
In eurer Herrlichkeit,
So nah mir und so ferne
Wie in der Jugendzeit.

Ihr habt sie nicht empfunden
Der Jahre lange Flucht,
Zeit ich in Abendstunden
Euch träumend aufgesucht.

Ihr strahlt, wie neu entzündet,
In eurem Heiligtum;
Was ihr mir auch verkündet —
Ich frage nicht mehr drum.

Ich denk' an alte Tage —
An alles, was vorbei,
Ich forsche nicht und sage:
Was kommen muß, das sei!

Josephine von Knorr (1867 - 1908)
Aus der Sammlung Lieder