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Montag, 14. April 2014

Bachforellen





Bachforellen
Großvaters Arme werden
l ä   n     g       e         r





(brook trouts / grandfathers arms become / l o   n     g       e         r)

Gabriele Hartmann




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ANGLERLATEIN... 





Foto: © Silvia Kempen


 

Sonntag, 13. April 2014

Jenseits blüh`n Tulpen






Jenseits blüh`n Tulpen -
ich hier, diesseits der Mauer,
atme ihren Duft. 





(Tulips are blooming - / I, on this side of the wall, / am breathing their scent.)


Sabine Sommerkamp




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Foto: © Sabine Sommerkamp*



* Collage Blühende Tulpen (Acryl gespachtelt/mit Serviettentechnik/50x73 cm)





Samstag, 12. April 2014

vor sechzig Jahren





vor sechzig Jahren …
in die Buche gekerbt
ein Name, ein Kreuz *




 
(sixty years ago … / carved in the beech tree / a name, a cross)*

Helga Stania



* WHC Herbst 2008

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Die schöne Buche

Ganz verborgen im Wald kenn ich ein Plätzchen, da stehet
Eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.
Rein und glatt, in gediegenem Wuchs erhebt sie sich einzeln,
Keiner der Nachbarn rührt ihr an den seidenen Schmuck.
Rings, so weit sein Gezweig der stattliche Baum ausbreitet,
Grünet der Rasen, das Aug still zu erquicken, umher;
Gleich nach allen Seiten umzirkt er den Stamm in der Mitte;
Kunstlos schuf die Natur selber dies liebliche Rund.
Zartes Gebüsch umkränzet es erst; hochstämmige Bäume,
Folgend in dichtem Gedräng, wehren dem himmlischen Blau.
Neben der dunkleren Fülle des Eichbaums wieget die Birke
Ihr jungfräuliches Haupt schüchtern im goldenen Licht.
Nur wo, verdeckt vom Felsen, der Fußsteig jäh sich hinabschlingt,
Lässet die Hellung mich ahnen das offene Feld.
- Als ich unlängst einsam, von neuen Gestalten des Sommers
Ab dem Pfade gelockt, dort im Gebüsch mich verlor,
Führt' ein freundlicher Geist, des Hains auflauschende Gottheit,
Hier mich zum erstenmal, plötzlich, den Staunenden, ein.
Welch Entzücken! Es war um die hohe Stunde des Mittags,
Lautlos alles, es schwieg selber der Vogel im Laub.
Und ich zauderte noch, auf den zierlichen Teppich zu treten;
Festlich empfing er den Fuß, leise beschritt ich ihn nur.
Jetzo, gelehnt an den Stamm (er trägt sein breites Gewölbe
Nicht zu hoch), ließ ich rundum die Augen ergehn,
Wo den beschatteten Kreis die feurig strahlende Sonne,
Fast gleich messend umher, säumte mit blendendem Rand.
Aber ich stand und rührte mich nicht; dämonischer Stille,
Unergründlicher Ruh lauschte mein innerer Sinn.
Eingeschlossen mit dir in diesem sonnigen Zauber-
Gürtel, o Einsamkeit, fühlt ich und dachte nur dich! 




Freitag, 11. April 2014

rosa Wolke





rosa Wolke
die Welt vergessen
für kurze Zeit ...




(pink cloud / no sad stories  / for a while ...)

Gerda Förster



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Foto: © Gerda Förster




 

Donnerstag, 10. April 2014

Tauwasserflächen






Tauwasserflächen
in kalten schwarzen Äckern -
schwarz ein Krähenschwarm.



 
(expanses of melted water / on cold black fields - / black a flock of crows)

Horst Ludwig



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aus: “The White Stones” von J. H. Prynne 
zur frage der wärme-konservierung


... nach der ganzen verronnen[en] zeit ist nun was mir bleibt
das schmelzwasser, unaufhörlich um meine füße
und knöchel. dort bedeutet das eis verklärung des
gewesenen und der beredtheit, der sanftmut
des irdischen seins; ich habe das schon so
lange als angemessen erkannt, daß der
beginn begraben liegt in licht ...




Mittwoch, 9. April 2014

Aprilschauer





Aprilschauer
Teile vom blauen Himmel
auf der Straße





(April shower / parts of the blue sky / in the street)*

Claudia Brefeld



*(Erstveröffentlichung: Mainichi Daily News 707/2008)

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Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war, -
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)




 

Dienstag, 8. April 2014

Holzweg






Holzweg. 
In der Traktorspur leuchtet 
eine Schlüsselblume.





(Logging path. / In the tractor lane shines / a cowslip.)

Volker Friebel



(Übersetzung: Silvia Kempen)
 
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Rückewege

Seit über 400.000 Jahren wird der Naturrohstoff Holz vom Menschen genutzt. Der Wald wird seit Jahrtausenden vom Menschen verändert und geprägt, aus Naturwäldern sind zum großen Teil Kulturwälder geworden.

Zu Anfang nur als Brennholz genutzt, später für Werkzeuge, Häuser, Möbel, Fuhrwerke (die ersten Räder wurden aus Holz gefertigt) und vieles mehr. Selbst in unserer Zeit umgibt uns dieser Werkstoff.

Um an den Naturrohstoff Holz zu gelangen, müssen Bäume geschlagen werden. Vornehmlich in Wäldern, wo es am meisten davon gibt. Nach dem Fällen und Entasten müssen die Baumstämme aus dem Wald transportiert werden. Dazu wurden schon im Mittelalter sogenannte Rückewege oder auch Holzwege angelegt, meistens in den Schneisen, die durch die geschlagenen Bäume entstanden sind.

Die ersten Transporte wurden wahrscheinlich mit Hilfe von Pferden durchgeführt, später mit Pferdefuhrwerken und in unserer Zeit mit schweren Maschinen.

Diese so angelegten Wege endeten und enden meistens im Nichts, d.h. sie führen nirgendwo hin. Wenn man sie einschlägt, so bleibt nichts anderes, als wieder zurück zu gehen, sofern man nicht schon zu weit in den Wald geraten ist und sich verlaufen hat.

Aus dem Umstand, dass Holzwege zu keinem Ziel führen, ist die Redewendung „Du bist auf dem Holzweg!“ entstanden, er bedeutet so viel wie „Du befindest dich im Irrtum!“, „Du liegst damit falsch!“.